Postfaktisch

….ist das Wort des Jahres 2016. Es bedeutet, dass es in politischen Diskussionen mehr um Emotionen, denn um die tatsächlichen Fakten geht.

Gefühle zu haben, bzw. diese zu formulieren ist ja per se nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil. Lässt man aber die Fakten außer acht und lehnt sie kategorisch unter dem Begriff ‚Lügenpresse‘ ab, weil sie nicht zu den Emotionen passen wollen, dann läuft etwas falsch. Nun sind Fakten immer etwas sperrig und nicht leicht zu akzeptieren. Emotionen dagegen sind leicht und flauschig und passen gut ins Konzept.

Oft werden Informationen nur aus einer Quelle gezogen, z.B. den sozialen Medien. Man folgt ganz bestimmten Menschen, die die eigene Meinung vertreten und glaubt damit die Wahrheit gefunden zu haben. Die (einseitigen) Fakten passen dann perfekt zu den Emotionen („Man hat es ja schon immer gewusst.“) Dieses Gemengegemisch ist einfach zu handhaben und die vorgefasst Meinung bestätigt sich von allein. Dass Unwahrheiten, Unwahrscheinlichkeiten und Hetze verbreitet wird, wird in Kauf genommen bzw. gar nicht hinterfragt. Einem Dialog sind diese Menschen  nicht mehr zugänglich, weil dann ihre kleine heile Welt ins Wanken geraten könnte.

So zeigt es sich, dass es doch nicht ganz egal ist, ob in China ein Sack Reis umfällt, die Auswirkungen sind durchaus anderswo zu spüren. Will sagen: in Syrien bricht ein Krieg aus und hierzulande ändert sich die politische Landschaft.

Schönes Wochenende

 

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