Omen

Heute ist Freitag der 13. und es wurde schon unendlich viel über diese Datumskonstellation geschrieben. Eigentlich ist es ein Datum, welches mich bisher nie besonders beunruhigt hat und es ist auch nie Sonderbares passiert, wenn man mal davon absieht, dass ich vor langer Zeit eine Chemieklausur verhauen habe..Seis drum. Heute ist mir allerdings etwas mulmig zumute: die Wetteraussichten klingen fast apokalyptischen, denn es sind Schneestürme angesagt und ich muss eine Autofahrt antreten, die keinen Aufschub duldet. Bahnfahren war auch keine Alternative, weil es in die tiefste Provinz geht. So hoffe ich mal, dass alles gut geht und sich das Omen des 13ten nicht erfüllt.

Kaltes Draussen

Grosse Flocken fallen vom Himmel und decken alles mit weißer Farbe zu. Der Wind fegt über die Dächer, stiebt die Flocken auf, die in einem langen Schleier zum nächsten Platz hasten, an dem sie sich niederlassen können.

Es ist wirklich Winter geworden und nur diejenigen, die aus einem warmen Zimmer hinausschauen können, werden den Kältesturm schadlos überstehen. 

Was aber ist mit denjenigen, die draussen bleiben müssen?

Ein langes Leben

Alt bist du geworden und lebens-müde. Dein Wunsch, dass dein Leben zu Ende gehen möge, wurde dir vor kurzem erfüllt. Still und allein bist du entschwunden, denn dein Mann ist schon Jahrzehnte vor dir gegangen und Kinder gab es nicht, die dir in den letzten Stunden hätten beistehen können.

Eine schwere Kindheit in den Nachkriegsjahren des Ersten  und ein hartes Leben im 2. Weltkrieg und danach waren dir beschieden. Aufrecht bis zum Schluss bist du durch dein Leben gegangen und hast deinen „Mann“ gestanden, weil das Leben, so wie du es verstanden hast, ausgehalten werden musste. Man kannte dich im Dorf, die Welt aber kannte dich nicht, denn berühmt bist du nicht geworden. Reisen konntest du dir nicht leisten, obwohl du dich manchmal danach gesehnt hast nach Italien an den Gardasee zu fahren. Von der neuen, digitale Welt hast du nicht viel gehalten; Computer, Internet oder Handy waren Fremdworte für dich und haben dich nicht interessiert. Dir hat das Fernsehen und die tägliche Zeitung genügt und bis zum Schluss hast du darin gelesen.

Die Trauergemeinde an deinem Grab wird sehr klein sein, denn viele deiner Bekannten und Freunde sind schon vor dir diesen letzten Weg gegangen. Aber wir werden dort sein und deinen Tod beweinen und unsere Gedanken werden dich auf deinem Weg begleiten.

Briefe

Wie jedes Jahr, so habe ich auch im letzten Jahr selbstgebastelte Weihnachtspost verschickt. Einerseits macht es mir Spass die Briefe zu gestalten und andererseits hoffe ich immer auch ein klein wenig, eine ähnliche Aufmerksamkeit zu erhalten. (Das würde ich aber niemals laut aussprechen). Ausser Behördenpost habe ich aber selten echte Briefpost im Kasten, alles findet seinen elektronischen Weg. Dabei ist doch das Öffnen von Briefen, dass daran schnuppern und das Briefpapier zu ertasten, ein Gefühl, welches e-mails niemals verbreiten können.

Schade eigentlich. So ein richtiger altmodischen Liebesbrief, das wäre doch mal was.💕

Kurz nach dem Schneefall

Leise fällt der Schnee zu Boden und bedeckt die Landschaft. Noch ist es still und ruhig.

Aber es dauert nicht lange, bis der erste Schneeschieber beginnt über den Asphalt zu kratzen. Schneematsch bildet sich bereits an den Rändern der Fahrbahnen und spitzes Granulat piekst in den Schuhen. 

Ich glaube Schnee kann man am Besten in den Bergen geniessen, in der Großstadt macht das keinen Spass.

Sturm

Das ist kein normaler Wind mehr, dass ist ein ausgewachsener Sturm, der in mein Gesicht peitscht und mir die Kapuze vom Kopf zerrt. Ich muss mich umdrehen, weil ich sonst keine Luft zum Atmen bekomme. Die See liegt nicht ruhig und urlauberbereit da, sondern ist rau, aufgewühlt und tosend. Die Gischt sprüht hoch und ich rieche und schmecke den typischen, salzigen Seegeruch. Aber genau, dass ist es, was ich so toll finde und was mich immer wiederkommen lässt.

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