Frühling

Junges, zartes Grün sprießt aus den Knospen von Büschen und Bäumen. Die frische Farbe geht einher mit der Jugend des Frühlings und erfreut ebenso das Auge, wie die einzelnen Farbklekse am Boden. Ein Aufatmen geht durch das Land, denn die langen, dunklen Nächte sind gezählt und weichen langsam der wärmenden Sonne

Die Kälte bleibt

Noch immer keine Ahnung von Frühling. Es bleibt so kalt und der bissige Ostwind treibt die Menschen in die Häuser. Kein Krokus und kein Schneeglöckchen zeigt sich, auch sie bleiben noch in ihren geschützten Zwiebeln.

Aber die Sehnsucht nach Wärme nimmt von Tag zu Tag zu und wenn die Sonne einmal scheint, dann halte ich ihr das Gesicht entgegen um die Wärme auf der nicht bedeckten Haut zu spüren, geradeso wie es die Blumen im Sommer machen.

Da passt es doch sehr gut, wenn eine Einladung ins Haus flattert. Eine Feier vertreibt die Kälte, bestärkt die Freundschaft und verkürzt die Zeit, bis man endlich wieder im T-Shirt draußen herumlaufen kann.

Tafeln

Das Essen bei den Tafeln hat nichts mit Tafeltüchern, Tafelsilber und -besteck zu tun. Kein Tisch wird festlich eingedeckt und hübsch geschmückt. Hier gibt es dass, was nicht mehr verkäuflich ist. Nahe am Verfall aber immer noch zum Ge- und Verbrauchen beziehungsweise zum Verzehren. Überlagertes Obst und Gemüse zum kleinen Preis.

Die Menschen, die kommen, sind auf diese Möglichkeit des günstigen Einkaufs angewiesen. Sie haben nicht das Geld und könnten ihr Familien nicht mir einer solchen Menge Obst und Gemüse versorgen, wenn es diese Institutionen nicht gäbe.

Auch Flüchtlingsfamilien haben die Tafeln mittlerweile entdeckt und lernen anhand praktischem Anschauungsmaterials recht schnell die Namen der einzelnen Sorten. Wählerisch sind sie trotzdem und manchmal wollen sie auch handeln, so wie sie es aus ihrer Heimat kennen. Hier sind ihre Chancen aber gering, denn das kleine Geld kommt wiederum den Helfern zugute, die auch nicht gerade wirtschaftlich gut dastehen. Diese müssen sich in Räumen zurechtfinden, die oftmals selbst nahe am Verfall sind. Trotzdem gibt es manchmal Schokolade oder ähnliches für die Kinder oben drauf. Das gab es früher nur in den Tante Emma Läden, im Supermarkt sucht man das heute vergeblich.

Ordnung

„Ordnung ist das halbe Leben“

„Ordnung muss sein“

„Jemanden zur Ordnung rufen“

Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge, wie die Augen verdreht werden. Aber wo kämen wir ohne eine gewisse Ordnung denn hin? Zum Glück hat jeder so seine Interpretation von Ordnung und tun sich zwei zusammen muss ein neuer, gemeinsamer Konsens gefunden werden.

Ich bin nun auch kein leuchtendes Beispiel von Ordnung. Kommt unerwartet Besuch muss ich mit Sicherheit Dinge vom Tisch räumen, die auch schon längst wieder an ihrem Platz sein sollten. Beginne ich aber eine bestimmte Arbeit, so muss der Arbeitsplatz vorher aufgeräumt sein, sonst brauche ich gar nicht erst anzufangen.

Es gibt Zeiten, da fällt es sehr schwer die Ordnung aufrecht zu erhalten. Längere Verwandtenbesuche, Handwerker oder Umzug zum Beispiel. Das äußere Chaos beginnt sich auch in meinem Kopf zu manifestieren und ich werde unruhig und kribbelig. Dummerweise nimmt die Unordnung innerlich und äußerlich eher noch zu als ab und ich sehne das Ende der „Belagerung“ herbei, bevor ich meinen geistigen Mülleimer lautstark entleere. Dann wünschte ich mir eine Hexe Lilli herbei, die in nullkommanix  diesen Zustand beenden könnte.

Und dann gibt es noch die Verschwendung von Zeit, die man mit Sachensuchen vergeudet. Entweder man findet nach langer Suche den Gegenstand (naja), oder eben nicht(mist). Wenn nicht hat man vielleicht Glück und findet etwas wieder, was man früher schon einmal gesucht hat (hurra), dann war die Suche wenigstens nicht vergebens.

Nun muss ich aber Schluss machen, die Ordnung muss wiederhergestellt werden.

Postfaktisch

….ist das Wort des Jahres 2016. Es bedeutet, dass es in politischen Diskussionen mehr um Emotionen, denn um die tatsächlichen Fakten geht.

Gefühle zu haben, bzw. diese zu formulieren ist ja per se nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil. Lässt man aber die Fakten außer acht und lehnt sie kategorisch unter dem Begriff ‚Lügenpresse‘ ab, weil sie nicht zu den Emotionen passen wollen, dann läuft etwas falsch. Nun sind Fakten immer etwas sperrig und nicht leicht zu akzeptieren. Emotionen dagegen sind leicht und flauschig und passen gut ins Konzept.

Oft werden Informationen nur aus einer Quelle gezogen, z.B. den sozialen Medien. Man folgt ganz bestimmten Menschen, die die eigene Meinung vertreten und glaubt damit die Wahrheit gefunden zu haben. Die (einseitigen) Fakten passen dann perfekt zu den Emotionen („Man hat es ja schon immer gewusst.“) Dieses Gemengegemisch ist einfach zu handhaben und die vorgefasst Meinung bestätigt sich von allein. Dass Unwahrheiten, Unwahrscheinlichkeiten und Hetze verbreitet wird, wird in Kauf genommen bzw. gar nicht hinterfragt. Einem Dialog sind diese Menschen  nicht mehr zugänglich, weil dann ihre kleine heile Welt ins Wanken geraten könnte.

So zeigt es sich, dass es doch nicht ganz egal ist, ob in China ein Sack Reis umfällt, die Auswirkungen sind durchaus anderswo zu spüren. Will sagen: in Syrien bricht ein Krieg aus und hierzulande ändert sich die politische Landschaft.

Schönes Wochenende

 

Wütende Gedanken

Seit einiger Zeit habe ich ein Notizbuch. Das hat seinen Grund. Wie viele andere auch notiere ich mir Gedanken und Wünsche.

Es handelt sich aber nicht immer nur um schöne Gedanken, die man in die Welt hinaustragen möchte, sondern auch um wütende Gedanken, die man eigentlich keinem erzählt. Wenn ich diese Gedanken notiere, dann ist es, als würde ich erstmal bis 10 zählen oder auf einen Sandsack eindreschen.

Der Vorteil dieser Art der Gedankenbewältigung liegt darin, dass man diese Gedanken später in Ruhe noch einmal lesen kann. Entweder ist die Wut verraucht, dann zieht nur eine leise Wehmut vorbei oder es ist wieder akut aber man kann das Problem dann mit mehr Ruhe ansprechen.

Leider gelingt mir das nicht immer gleich gut. Manchmal platzt es auch einfach aus mir heraus und mir tut es hinterher sofort leid. Manchmal aber auch nicht, dann war ein klärendes Gewitter vonnöten.

Weihnachtsmarkt

Als Kind war ich immer sehr gern auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt. Meine Eltern fuhren mit uns dorthin und wir durften sämtliche Buden in Ruhe betrachten. Obligatorisch war nicht der Glühwein, sondern ein echtes Hamburger Fischbrötchen. Das mit Matjes habe ich geliebt. Das Angebot an weihnachtlichen Artikeln war auch damals schon gross, aber vieles wurde noch vor Ort selbstgemacht und sah nicht so aus als ob es nach Neujahr schon seine Halbwertzeit überschritten hätte.

Nun war ich in der Woche auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin und stellte fest, dass von Romantik, Heimeligkeit und Schönheit nicht mehr viel zu spüren war. Worum es ging, war Kommerz und nochmal Kommerz. Jetzt stellt sich die Frage, ob man verklärte kindliche Gefühle nicht mit in das Erwachsenenleben hinüberretten kann, oder ob  tatsächlich eine starke Veränderung stattgefunden hat. Meine Kinder sind schon groß und können da nicht mehr als „Testobjekt“ herhalten. Vielleicht, wenn ich mal Enkelkinder habe, werde ich wieder dieses kindliche Gefühl in den Augen sehen können.

Abwarten und Tee trinken.SONY DSC

Der erste Blogbeitrag

So, nun habe ich den Salat. Der Blog ist eröffnet und ich habe noch keinen adäquaten Text, den ich aus dem Ärmel schütteln könnte.

Ich stelle mir einen Schriftsteller vor, der vor seinen weißen Seiten sitzt und überlegt, was er denn nun kluges schreiben könnte. Nicht dass ich dass so genau wüsste, ich habe noch kein Buch geschrieben, aber diese Bild habe ich vor den Augen.

Ich möchte hier gerne Alltagsgedanken und Bilder posten und bin gespannt, ob das überhaupt jemals jemand liest. Ansonsten halte ich diese Gedanken halt nur für mich fest. Das ist auch ok.

PS: Jetzt muss ich nur noch lernen, wie man Bilder hochlädt.