Vogelgesang

Eine seltsame Begegnung war dass heute im Wald. Vielstimmiges Vogelgezwitscher hallte durch den Wald, geradeso, wie man es aus den Tierfilmen über den Amazonas kennt. (Allerdings war es leider nicht so warm, dafür aber auch nicht so feucht.) Ein Zwitschern, dass an- und abschwellend zu hören war und näher kam, um sich dann zu entfernen und langsam ausklingend zu verschwinden. Merkwürdig war, dass  man kaum einen Vogel sehen konnte, obwohl die Anzahl der Vogelstimmen anderes vermuten ließ und die nicht belaubten Bäume eine gute Sicht boten.

Die Kälte bleibt

Noch immer keine Ahnung von Frühling. Es bleibt so kalt und der bissige Ostwind treibt die Menschen in die Häuser. Kein Krokus und kein Schneeglöckchen zeigt sich, auch sie bleiben noch in ihren geschützten Zwiebeln.

Aber die Sehnsucht nach Wärme nimmt von Tag zu Tag zu und wenn die Sonne einmal scheint, dann halte ich ihr das Gesicht entgegen um die Wärme auf der nicht bedeckten Haut zu spüren, geradeso wie es die Blumen im Sommer machen.

Da passt es doch sehr gut, wenn eine Einladung ins Haus flattert. Eine Feier vertreibt die Kälte, bestärkt die Freundschaft und verkürzt die Zeit, bis man endlich wieder im T-Shirt draußen herumlaufen kann.

Winterspaziergang

Eine fahle Wintersonne bricht durch das Dickicht und beleuchtet die glattgefrorenen Waldwege. Meine Fingerspitzen schmerzen wegen der Kälte und ich muss mich bewegen. Eine seltsame Grundmelodie begleitet mich mit wechselnden Einsätzen. Ich höre das Knarzen der Bäume, die in der trockenen Kälte ihre Äste aneinander reiben. Vogelstimmen in unterschiedlichen Lautstärken sind zu hören und sie werden manchmal vom Tock-tock-tock des Spechtes unterbrochen. Wildgänse am Himmel schreien und erzählen von fernen Gegenden, in die ich mich nur träumen kann. Und während ich gehe, begleiten mich trippelnde Hundeschritte wie eine immerwährende Grundmelodie.

Vorsichtig bewege ich mich auf den gefrorenen, eisglatten Wegen bis ich wieder am Ausgangspunkt angekommen bin. Jetzt freue ich mich auf die Wärme und kehre rotwangig, durchgepustet und gut gelaunt nach Hause zurück. Es wartet eine schöne Tasse Kaffee auf mich.20170202_092353.jpg

Chill mal wieder 

Ach, tut das gut. Ein Freitagnachmittag auf der Couch, die Füsse hoch und einfach mal nichts tun. Leise Musik tönt aus dem Lautsprecher, heisser Tee steht auf dem Tisch und ich sehe zu, wie es langsam dunkel wird. Die Gedanken schweifen ab und bleiben nirgendwo fest haften. Kann sein, dass ich ein wenig eingenickert bin, denn einige Takte Musik fehlen mir und auch der Tee ist nicht mehr ganz heiß.

Euch ein schönes Wochenende 

Omen

Heute ist Freitag der 13. und es wurde schon unendlich viel über diese Datumskonstellation geschrieben. Eigentlich ist es ein Datum, welches mich bisher nie besonders beunruhigt hat und es ist auch nie Sonderbares passiert, wenn man mal davon absieht, dass ich vor langer Zeit eine Chemieklausur verhauen habe..Seis drum. Heute ist mir allerdings etwas mulmig zumute: die Wetteraussichten klingen fast apokalyptischen, denn es sind Schneestürme angesagt und ich muss eine Autofahrt antreten, die keinen Aufschub duldet. Bahnfahren war auch keine Alternative, weil es in die tiefste Provinz geht. So hoffe ich mal, dass alles gut geht und sich das Omen des 13ten nicht erfüllt.

Ein langes Leben

Alt bist du geworden und lebens-müde. Dein Wunsch, dass dein Leben zu Ende gehen möge, wurde dir vor kurzem erfüllt. Still und allein bist du entschwunden, denn dein Mann ist schon Jahrzehnte vor dir gegangen und Kinder gab es nicht, die dir in den letzten Stunden hätten beistehen können.

Eine schwere Kindheit in den Nachkriegsjahren des Ersten  und ein hartes Leben im 2. Weltkrieg und danach waren dir beschieden. Aufrecht bis zum Schluss bist du durch dein Leben gegangen und hast deinen „Mann“ gestanden, weil das Leben, so wie du es verstanden hast, ausgehalten werden musste. Man kannte dich im Dorf, die Welt aber kannte dich nicht, denn berühmt bist du nicht geworden. Reisen konntest du dir nicht leisten, obwohl du dich manchmal danach gesehnt hast nach Italien an den Gardasee zu fahren. Von der neuen, digitale Welt hast du nicht viel gehalten; Computer, Internet oder Handy waren Fremdworte für dich und haben dich nicht interessiert. Dir hat das Fernsehen und die tägliche Zeitung genügt und bis zum Schluss hast du darin gelesen.

Die Trauergemeinde an deinem Grab wird sehr klein sein, denn viele deiner Bekannten und Freunde sind schon vor dir diesen letzten Weg gegangen. Aber wir werden dort sein und deinen Tod beweinen und unsere Gedanken werden dich auf deinem Weg begleiten.

Briefe

Wie jedes Jahr, so habe ich auch im letzten Jahr selbstgebastelte Weihnachtspost verschickt. Einerseits macht es mir Spass die Briefe zu gestalten und andererseits hoffe ich immer auch ein klein wenig, eine ähnliche Aufmerksamkeit zu erhalten. (Das würde ich aber niemals laut aussprechen). Ausser Behördenpost habe ich aber selten echte Briefpost im Kasten, alles findet seinen elektronischen Weg. Dabei ist doch das Öffnen von Briefen, dass daran schnuppern und das Briefpapier zu ertasten, ein Gefühl, welches e-mails niemals verbreiten können.

Schade eigentlich. So ein richtiger altmodischen Liebesbrief, das wäre doch mal was.💕

Kurz nach dem Schneefall

Leise fällt der Schnee zu Boden und bedeckt die Landschaft. Noch ist es still und ruhig.

Aber es dauert nicht lange, bis der erste Schneeschieber beginnt über den Asphalt zu kratzen. Schneematsch bildet sich bereits an den Rändern der Fahrbahnen und spitzes Granulat piekst in den Schuhen. 

Ich glaube Schnee kann man am Besten in den Bergen geniessen, in der Großstadt macht das keinen Spass.

Jahresanfang

Neujahrsmorgen am Strand. Es ist noch sehr dunkel, die Sterne am Himmel sind nicht zu sehen. Im fadenscheinigen Licht sieht man die Gerippe der Silvesterraketen, die von einer fröhlichen Nacht künden. In der Ferne steigen noch immer Raketen in den Morgenhimmel. Das kann aber mein Zwiegespräch mit den Wellen nicht stören, die mir Geschichten von fernen Ländern erzählen.

Jahresendgedanken

Silvester 2015 nahm ich mir vor, sehr viel gelassener durchs Leben zu gehen. Dass ist mir leider nicht so wirklich geglückt. Ich gehe immer noch viel zu schnell, wie ein HB-Männchen, durch die Decke und nerve nicht nur andere sondern auch mich selbst. Also werde ich mir für nächstes Jahr wieder vornehmen, mehr Gelassenheit in mein Leben zu lassen.

Vielleicht sollte ich mal Urlaub im Kloster machen